Nordoff/Robbins-Zentrum Witten …. wo Musik zur Therapie wird
Nordoff/Robbins-Zentrum Witten…. wo Musik zur Therapie wird

Die Geschichte der Nordoff/Robbins Musiktherapie

 

 

Das Nordoff/Robbins-Zentrum Witten ist nach den Musiktherapie-Pionieren

Paul Nordoff und Clive Robbins benannt.

 

Schon vor seiner musiktherapeutischen Tätigkeit begegnet Paul Nordoff dem Deutschen Unternehmer Hans Voith, der ihn zeitlebens unterstützt und fördert. Nordoff konzertiert als junger Pianist im Hause der Familie Voith in Heidenheim und die Familie bleibt ihm während seiner gesamten Lebenszeit verbunden. Diese von Hans Voith gestiftete Verbindung sollte in der gesamten Entwicklung der Nordoff Robbins Musiktherapie in Deutschland immer wieder wichtige Impulse geben:

 

 

 

1959: Begegnen sich Paul Nordoff und der englische Sonderpädagoge Clive Robbins. Gemeinsam entwickeln sie den Arbeitsansatz der Kunst der Musik als Therapie mit dessen Hilfe sie Zugänge zu Kindern finden, die mit erworbenen oder angeborernen Behinderungen leben.

 

1960-74: Vertiefen und Verfeinern sie ihre Erkenntnisse und Zugänge. Ihre Praxisprojekte führen sie neben Amerika nach England, in die skandinavischen Länder und Deutschland.

Das1965 erstveröffentlichte Buch „Music as Therapy for the handicapped child“ entsteht durch die Unterstützung der Familie Voith und wird später auch ins Deutsche übersetzt. Es erscheint unter dem Titel „Musik als Therapie für behinderte Kinder“

 

1970: Entsteht in England eine erste Abteilung für Musiktherapie im Goldie Leigh Krankenhaus. Die Kolleginnen Sibyl Beresford-Peirse und Julianne Cartwright setzen hier die Impulse fort, die sie selber in Kursen mit Nordoff und Robbins erhalten haben.

 

1973: Überträgt Julienne Cartwright den mit Kindern entwickelten Ansatz auf erwachsene Menschen mit Behinderungen.

 

1974: Initiiert und organisiert Sybil Beresford-Peirse einen ersten Ausbildungsgang in London und verpflichtet Paul Nordoff und Clive Robbins als Lehrende.

 

1976: Wird in England eine Nordoff Robbins Foundation gegründet, um Ausbildung, Praxis und Forschung zu ermöglichen. Sie wird 1980 als registered charity anerkannt.

 

1977 verstirbt Paul Nordoff am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke in Deutschland.

Im gleichen Jahr erscheint in englischer Sprache das Buch "Creative Music Therapy“, das unter dem Titel "Schöpferische Musiktherapie" auch in deutscher Sprache verlegt wird. Auch dieses Buch entstand mit Unterstützung von Hans und Lore Voith, sowie durch das Engagement des Verlegers Rudolf Augstein.

(Quelle: Creative Music Therapy 1977, S XVII)

Für die weiteren Entwicklungen in Großbritannien verweisen wir auf die Website unseres Londoner Schwesterinstitutes nordoff-robbins.org.uk und beschränken uns hier auf die Entwicklungen in Deutschland.

 

1978 wurde von Konrad Schily, der Paul Nordoff und Clive Robbins im Hause der Familie Voith begegnet war, ein Mentorenkurs für Musiktherapie am Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke eingerichtet. Eine der Ideen war, durch ein internationales Team von Lehrenden unterschiedliche Strömungen der Musiktherapie zu vereinen und umfassend ausgebildete Mentoren heranzubilden, die später selber als Ausbilder tätig werden könnten.

Absolventen dieses Kurses leiteten zum Teil bis heute die Musiktherapieausbildungen in Münster, Berlin, Hamburg oder waren und sind an ausländischen Hochschulen aktiv, etwa an der New York University oder der Hochschule Aalborg in Dänemark.

In Folge des Mentorenkurses entstand am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke eine Musiktherapieabteilung. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertrugen die Arbeit von Nordoff und Robbins in zahlreiche weitere klinische Anwendungsbereiche, die Psychiatrie, die Neurologie, die psychosomatische Medizin, die Rehabilitation von Querschnittbetroffenen oder neurochirurgisch versorgter Patienten, sowie in die Intensivmedizin, die Neonatologie und die Palliativmedizin. 

 

1979 entstand während des noch laufenden Mentorenkurses an der Musikhochschule Rheinland (Institut Aachen) ein Modellstudiengang. Mit der Genehmigung der Universität Witten/Herdecke als Hochschule in privater Trägerschaft wurde er dort im Rahmen der medizinischen Fakultät weiter geführt.

 

1983 genehmigt der damalige Wissenschaftsminister und spätere Bundespräsident Johannes Rau den Studiengang Musiktherapie an der Universität Witten/Herdecke. Im Buch 'Bruder Johannes, Herausforderer Rau' (1987) beschreibt er die Gründung der Universität und das Schaffen des Berufsbildes des Musiktherapeuten als wesentliche Entscheidungen seines politischen Lebens (vgl S 105).

 

1988 übernahm Lutz Neugebauer (zunächst gemeinsam mit Dagmar Gustorff) von den Vorgängerinnen Merete Birkebaek und Ulrike Winter die Institutsleitung.

 

1992 regt er die Gründung einer Deutschen Stiftung zur Förderung der Nordoff/Robbins Musiktherapie an (siehe hierzu auch Menuepunkt "Freunde und Förderer"). Durch diese Stiftung wurde nicht nur die Entwicklung in Deutschland sondern auch die fruchtbare grenzüberschreitende Kooperation vor allem in der Ausbildung und Wissenschaft maßgeblich befördert.

 

Bis zum Jahr 2006, in dem das Institut von der Universität aus finanziell-strategischen Überlegungen geschlossen werden musste, sind hier annähernd 100 Musiker zu Musiktherapeuten ausgebildet worden und entwickeln bis heute die Arbeit von Paul Nordoff und Clive Robbins weiter.

Mehr als 40 ausgebildete Musik- oder Kunsttherapeuten promovierten am Lehrstuhl für qualitative Forschung, der durch Prof. David Aldridge besetzt war.

 

2005 gründeten David Aldridge und Lutz Neugebauer das Nordoff/Robbins-Zentrum Witten, das seither die Praxis und die wissenschaftliche Arbeit weiterführt. In seinem Aufbau wurde das Zentrum von der Aktion Mensch und der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein Westfalen gefördert. Bei der Eröffnung lobt der damalige Geschäftsführer der Stiftung Wohlfahrtspflege die Antragstellung und die Umsetzung der Planung als besonders effizient und beispielgebend.

 

2010 war das Nordoff/Robbins-Zentrum im Rahmen der Kulturhauptstadt ein Refenzzentrum für die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen und realisierte zusammen mit dem DAY OF SONG das Format TEIL-HABEN-MIT-SINGEN.

 

Seit 2012 engagiert sich das Zentrum um die Umsetzung der UN Konvention zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen. Besondere Schwerpunkte sind dabei die Implementierung musiktherapeutischen Angebote in Schulen und die Anerkennung der Musiktherapie als erstattungsfähige Leistung der Krankenkassen. 

Hier finden Sie uns

Nordoff Robbins Zentrum Witten

Ruhrstraße  70

58452 Witten

Kontakt

Rufen Sie an unter

02302 282470 02302 282470

hinterlassen Sie ggf. eine Rückrufbitte auf dem Anrufbeantworter

oder schreiben Sie uns ein E-Mail an

info@nordoff-robbins.org

 

Spendenkonto:

DE62 4306 0129 0820 5529 00

Volksbank Bochum-Witten

GENODEM1BOC

DruckversionDruckversion | Sitemap
© lutznprivat